Wer wissen will, wie fließend die Grenzen zwischen Berichterstattung und Propaganda sind und wie plump Information und Klima-Aktivismus ineinander übergehen, der bekam am Dienstagabend in den ARD-Tagesthemen ein Paradebeispiel frei Haus.
Es begann mit dramatischen Bildern vom Hurrikan „Melissa“, der mit Sturmböen von 300 Km/h über die Karibik hinweg zog, Regen, der heftigste Tropensturm der letzten 170 Jahre, „die Angst vor hohen Opfern und Schäden – riesig“, so die Reporterin aus dem Off. Eine Katastrophe, die man keiner Nation wünscht, sagt ein Experte … das durch den Klimawandel erwärmte Ozeanwasser mache schwere Hurrikane wahrscheinlicher. Helfer erwarten für Millionen eine humanitäre Notlage. Soweit so seriös.
Dann ordnet Moderatorin Julia-Niharika Sen die Dinge ein. „Hurrikane sind in der Region zwar nichts Ungewöhnliches, aber dass wir fast jeden Monat irgendwo ein Extremwetterereignis erleben“, das sei „eine Folge der Erderwärmung, betonen Klimaforscher.“ Kurz vor der nächsten UN-Klimakonferenz in Brasilien habe die EU noch immer nicht ihre Klimaziele eingereicht, stattdessen fordert nun der Chef des großen Chemiekonzerns Evonik, ganz Schluss zu machen mit dem Emissionshandel.
Von den Fakten her und für sich betrachtet, stimmt das alles, und doch ist die Erzählung klar: Evonik-Chef Christian Kullmann, der gleich im Interview zu Wort kommt, gehört in der Logik des Aufbaus der Sendung zu den „Klimakillern“, die zumindest indirekt mitverantwortlich sind für Hurrikane, Verwüstung, Tote und Klima-Krise.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











