Beim Neujahrsempfang der deutschen Wirtschaft in Halle hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) den deutschen Atomausstieg ungewöhnlich deutlich kritisiert. Der Ausstieg aus der Kernenergie sei „ein schwerer strategischer Fehler“ gewesen, sagte Merz mit Blick auf die Entwicklung der Energiepreise und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland. Die hohen Kosten der Energieerzeugung seien langfristig nicht tragbar, erklärte der Kanzler. Man könne es sich „auf Dauer nicht“ leisten, Energiepreise aus dem Bundeshaushalt zu subventionieren.
Merz ordnete die Verantwortung für den Atomausstieg sowohl früheren, CDU-geführten Bundesregierungen unter Angela Merkel als auch der Ampelkoalition zu. Wenn der Ausstieg politisch schon beschlossen gewesen sei, „hätte man wenigstens vor drei Jahren die letzten verbleibenden Kernkraftwerke in Deutschland am Netz lassen müssen“, sagte der Kanzler. Damit hätte man zumindest die damaligen Stromerzeugungskapazitäten erhalten können. Stattdessen habe Deutschland heute „die teuerste Energiewende auf der ganzen Welt“. Er kenne „kein zweites Land, das es sich so schwer macht und so teuer macht wie Deutschland“.
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