Isst man beim Camembert die Rinde mit oder nicht? Antwort: Es kommt drauf an. Wenn ein Camembert, hergestellt aus Rohmilch, nicht zu alt ist und noch keine Ammoniaknote aufweist, spricht wenig dagegen, die weiße Rinde des runden, handgroßen Käses mitzuessen. Nimmt die Rinde eine rötlich-braune Farbe an, dürfte sie nur Spezialisten ansprechen, die überreife Käse lieben.
Gesundheitsschädlich ist die Rinde auch in diesem Fall nicht, es sei denn der Käse ist, was selten vorkommt, mit Bakterien der Gattung Listeria verunreinigt. Aber solche Chargen werden meist rasch aus dem Handel genommen. Und eine Listeriose stellt für die meisten gesunden Menschen nicht viel mehr als eine Befindlichkeitsstörung dar. Panik ist also nicht angesagt.
Immer sollte ein Camembert professionell gereift („affiniert“) sein und keinen quarkähnlichen Kern mehr haben. Außerdem sollte man ihn nie direkt aus dem Kühlschrank essen, eine Binsenweisheit, die für fast alle Käse gilt, mit Ausnahme von Frischkäse oder Mozzarella. Am besten ist er, wenn sich die goldgelbe Teigmasse unter der Rinde bei Zimmertemperatur zu verflüssigen beginnt. Vorsicht: Wenn man ihn zu lange auf einer Käseplatte liegen lässt, beginnt er „wegzulaufen“ und kann schon mal den Esstisch fluten.
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