Deutschland steht immer mehr unter dem Einfluss der katarischen Königsfamilie. Mehr als die Hälfte der DAX-Aktien sind mittlerweile in ausländischer Hand, und einige Konzerne haben sich ausländische Investoren als sogenannte Ankeraktionäre fest etabliert. Vor allem der katarische Staatskonzern Adnoc (Abu Dhabi National Oil Company) investiert in Deutschland. Das Emirat besitzt inzwischen 17 Prozent der Anteilsscheine von VW, acht Prozent der Aktien der Deutschen Bank sowie Beteiligungen von mehr als drei Prozent an Siemens.
Auch bei RWE hat Katar kürzlich 2,4 Milliarden Euro investiert, was zu einem Anteil von etwa 9 Prozent führen wird. Bei der VW-Tochter Porsche sicherte sich das Emirat zum Börsengang einen Anteil von 4,99 Prozent, und an der Reederei Hapag-Lloyd hält Katar 12,3 Prozent aller Aktien. Schon heute kann die Königsfamilie Al-Thani über Sitze in Aufsichtsräten entscheidend auf die Unternehmenspolitik der Konzerne einwirken.
Nun bahnt sich jedoch ein Novum in der deutschen Wirtschaftsgeschichte an. Für fast 16 Milliarden Euro will der Konzern aus Abu Dhabi den deutschen Chemieriesen Covestro übernehmen. Der geplante Kauf wäre die größte Übernahme eines deutschen Unternehmens durch einen Investor aus dem Nahen Osten überhaupt. Bis jetzt erschien es undenkbar, dass ein arabischer Ölkonzern einen kompletten DAX-Konzern aufkaufen könnte. Doch genau das steht nun bevor.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











