Bundesregierung will schon 2026 US-Hyperschallraketen stationieren: Sind es wirklich konventionelle Waffen?

vor 8 Monaten

Bundesregierung will schon 2026 US-Hyperschallraketen stationieren: Sind es wirklich konventionelle Waffen?
Bildquelle: Tichys Einblick

Schon nächstes Jahr sollen verschiedene US-Waffensysteme „zunächst zeitweise“ in Deutschland stationiert werden. Laut der Website der Bundeswehr handelt es sich um „Raketen, Marschflugkörper und Hyperschallwaffen“. Brigadegeneral Maik Keller sagt dazu: „Wer aktuell noch davon ausgeht, dass von Russland keine Aggression und keine Gefährdung ausgeht, der lebt offensichtlich in einer anderen Realität.“ Doch der Bundestag wurde nicht an diesem Klärungsprozess beteiligt, geschweige denn die breitere Öffentlichkeit. Und viele fragen, was das überhaupt für Waffen sind und ob sie den Zweck auch erfüllen. Auch die Bundeswehr gibt zu, dass die (offenbar final sein sollende) „Entscheidung“ durchaus „politische Kontroversen“ ausgelöst habe.

Angeblich geht es um SM-6-Raketen und um Marschflugkörper des Typs Tomahawk, aber vor allem um die Hyperschallrakete „Dark Eagle“, die den USA bisher noch fehlte. China und Russland hätten die Waffengattung längst, liest man, in der Ukraine sei sie auch schon eingesetzt worden. Der strategische Vorteil der neuen Raketen besteht vor allem in ihrer niedrigen Flugbahn entlang der Erdkrümmung, die sie für Radargeräte erst später sichtbar macht. Durch die hohe Hitze der Raketen könnten sie allerdings von Infrarotgeräten entdeckt werden. Die Geschwindigkeit von Mach 5 erreichen auch bisherige, ballistische Raketen, allerdings ohne dabei voll steuerbar zu sein. Die Reichweite der neuen Waffe liegt bei rund 3000 Kilometer. Bislang müssen die Hyperschallraketen vom Boden abgefeuert werden. In zwei Jahren soll es auch eine Schiffsvariante geben, schreibt die FAZ.

Die Pläne sind schon seit Juli 2024 bekannt. Stehen sollen die Waffen im US-Stützpunkt in Wiesbaden. Und die temporäre Stationierung soll laut einem Statement der US-Regierung (noch unter Biden) und der Bundesregierung vom Sommer 2024 durchaus zu einer dauerhaften werden, wie die US-amerikanische Arms Control Association wiedergibt. Damals schon hatte Wladimir Putin „spiegelbildliche Maßnahmen“ von seiten Russlands angekündigt. Russland sehe den Schritt als Ende eines einseitigen Moratoriums über den Einsatz von Mittelstreckenraketen in Europa.

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