Die Bibliothek des Konservatismus (BdK) mit Sitz in der Berliner Fasanenstraße soll bis zum Ende des Jahres ihre Mitgliedschaft im Gemeinsamen Bibliotheksverbund der norddeutschen Bundesländer verlieren. Darüber setzte der Verbund den Leiter der Bibliothek Wolfgang Fenske schriftlich in Kenntnis. Eine Begründung nannte die Organisation nicht. Bei der 2012 gegründeten BdK, getragen von der Förderstiftung konservative Bildung und Forschung, handelt es sich um die größte Sammlung konservativer Literatur in Deutschland, zu deren Bestand rund 35.000 Bände gehören. Der Trägerverein will vor dem Verwaltungsgericht Göttingen gegen den Ausschluss klagen. Denn die landeseigene Organisation, so Fenske, sei zur politischen Neutralität angehalten.
Die Mitgliedschaft im Bibliotheksverbund erlaubt es Interessenten, Titel zu recherchieren und an der Fernleihe teilzunehmen. Der Ausschluss würde bedeuten, dass das Angebot der BdK Lesern nur noch sehr eingeschränkt zur Verfügung steht. Außerdem geht von der Entscheidung, sollte sie bestehen bleiben, eine erhebliche Stigmatisierungswirkung aus. Auf genau diesen Effekt zielt offenbar das Vorgehen, für das die Leiterin des norddeutschen Bibliotheksverbundes persönlich verantwortlich zeichnet.
Es handelt sich bereits um den zweiten Versuch, die konservative Bildungsstätte zu isolieren und in Verruf zu bringen. Schon im April 2024 wollten die beiden Berliner Grünen-Abgeordneten Ariv Ebrahimpour Mirzaie und Laura Neugebauer vom Senat wissen, wie er die Mitgliedschaft der BdK im „Kooperativen Bibliotheksverbund Berlin-Brandenburg“ (KOBV) rechtfertigen könne, der die BdK seit 2023 angehört. In ihrer Anfrage stellten die beiden Politiker die Bibliothek als Gefahr vor allem für Studenten und generell jüngere Leser dar. Sie erfragten vom Senat außerdem Erkenntnisse über Nutzer der BdK und deren Altersdurchschnitt ab – um zu erfahren, dass der KOBV dazu keine Daten erhebt.
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