Das Ehegattensplitting steht erneut zur Debatte. Eine Reform, die Arbeitsanreize für Zweitverdiener verbessern soll, hätte nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft jedoch vor allem für klassische Einverdienerfamilien spürbare Folgen. Wer das Ehegattensplitting einschränkt, „erhöht vor allem für Alleinverdiener-Familien die Steuerlast“, heißt es in einer aktuellen Mitteilung des IW Köln.
Nach Darstellung des Instituts hätten die Haushalte in Deutschland „im vergangenen Jahr ohne das Ehegattensplitting rund 25 Milliarden Euro mehr Einkommensteuer bezahlt“. Der steuerliche Effekt konzentriert sich dabei fast vollständig auf Familien: „Rund 91 Prozent des Splittingeffekts entfielen auf Ehepaare mit Kindern, 9 Prozent auf kinderlose Paare.“ Besonders stark profitieren laut IW Familien mit nur einem Einkommen. „Auf sie entfiel mehr als ein Drittel des gesamten Splitting-Vorteils“ – obwohl es mit 11,3 Millionen Haushalten „mehr als fünfmal so viele Doppelverdiener wie Alleinverdiener (2,2 Millionen) gibt“.
Auslöser der neuen Debatte ist der Reformvorstoß von SPD-Chef Lars Klingbeil. Noch ist offen, wie weit eine mögliche Änderung reichen soll. Eine vollständige Abschaffung erscheint laut IW eher unwahrscheinlich, auch wegen „verfassungsrechtlicher Bedenken“. Realistischer wäre demnach ein sogenanntes Realsplitting. Bei diesem Modell „könnte der besserverdienende Partner nur einen fixen Betrag an den Partner übertragen“, im Gespräch sei „eine Summe in Höhe des Grundfreibetrags (aktuell 12.348 Euro)“.
ANGST IN ANKARA: Gutes Gespräch mit Putin ‒ Was hat Trump auf NATO-Gipfel vor? | WELT LIVESTREAM










