Der Film „Black Bag“ ist bislang der beste Film des Jahres – er gibt dem Beruf des Spions, die Würdigung, die er verdient.
Auf Steven Soderbergh, das ehemalige Wunderkind, dessen „Sex, Lügen und Video“ 1989 in Sundance gewann und ganze Scharen von pubertierenden Jünglingen enttäuschte (es gab Lügen und Video, aber wenig Sex) ist Verlass. Weil jeder zweite Spielfilm aus der Hand des Meisters sich verlässlich als überkünstelter Schrott entpuppt. Dem entgegen stehen aber zeitlose Klassiker wie „Ocean’s Eleven“, „Erin Brockovich“, „Traffic“ und „Magic Mike“ – brillante Filme für alle diejenigen, die gutes Kino lieben.
Wir haben nun das Glück, uns in einem ungeraden Jahr zu befinden, in dem Soderbergh zur absoluten Höchstform zurückkehrt. „Black Bag“ ist ein Spionagethriller mit einer für den Regisseur ungewöhnlich kurzen Spielzeit von 93 Minuten, aber dafür prall gefüllt mit knackigen Dialogen – gesprochen von hervorragenden Darstellern –, spannenden Szenen, bei denen sich die Action im Kopf abspielt und der Atmosphäre eines wirklich guten Romans, der der Feder des Meisters dieser Kunstform, John le Carré, entstammen könnte.
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