Boris Palmer hat mit Blick auf die Landtagswahlen in Ostdeutschland eine neue Debatte über den künftigen Umgang mit der AfD angestoßen. In der ZDF-Talkshow „Markus Lanz“ sprach sich der parteilose Oberbürgermeister von Tübingen dafür aus, festgefahrene politische Denkverbote zu hinterfragen und mögliche Strategien wieder offener zu diskutieren. Zuerst berichtete die Welt.
Palmer kritisierte, dass die politische Auseinandersetzung in Deutschland zu stark moralisch aufgeladen sei. Die Politik müsse „die Offenheit, Strategien zu besprechen, zurückgewinnen, weil bisher wird es arg moralisiert“, sagte er in der Sendung. Zugleich stellte er klar, dass er ein Bündnis mit der AfD nicht fordere. „Ich rate nicht dazu“, sagte Palmer. Vielmehr müsse man in einer schwieriger werdenden Lage verschiedene Möglichkeiten sachlich prüfen, man „sollte Alternativen argumentativ abwägen“.
Hintergrund seiner Überlegungen sind die absehbar komplizierten Mehrheitsverhältnisse bei den kommenden Landtagswahlen in Ostdeutschland. In Sachsen-Anhalt liegt die AfD laut Umfragen derzeit bei etwa 39 Prozent, die CDU bei 26 Prozent und die SPD bei 8 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern kommt die AfD in Umfragen auf 34 Prozent, die SPD auf 26 Prozent und die CDU auf 12 Prozent.
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