Als Brigitte Bardot 1973 der Filmwelt den Rücken kehrte, war sie 39 Jahre alt und auf dem Höhepunkt ihres Ruhms. Sie hätte noch Jahrzehnte weitermachen können – die Rollen, das Geld, die Bewunderung. Sie wollte nicht. „Ich habe meine Jugend und meine Schönheit den Männern gegeben“, sagte sie später. „Jetzt gebe ich meine Erfahrung und das Beste von mir den Tieren.“
Es war der erste von vielen Brüchen in einem Leben, das sich jeder Einordnung verweigerte. Am 28. Dezember 2025 ist Bardot in Saint-Tropez gestorben, 91 Jahre alt. Die Nachrufe, die nun erscheinen, sind so gespalten wie das Frankreich, das sie hinterlässt.
Man kann die Feuilletons dieser Tage in zwei Kategorien einteilen. Die einen verneigen sich vor der Ikone der 50er und 60er, der Frau, die in „Und immer lockt das Weib“ eine neue, unverschämte Weiblichkeit auf die Leinwand brachte; nur um dann hastig zu versichern, dass man mit der „späten Bardot“ natürlich nichts zu tun haben möchte.
Die Göttin, die zur Eiferin wurde, heißt es dann. Als wäre ein Leben nur dann konsistent, wenn es den Erwartungen der Kommentatoren entspricht.
Die anderen reklamieren sie als eine der Ihren: politisch unkorrekt, unbeugsam, eine Patriotin, die sich den Mund nicht verbieten ließ. Marine Le Pen nannte sie „unglaublich französisch“. Auch das ist Vereinnahmung, wenn auch von der anderen Seite.
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