Chaos bei den Genossen: Dem Kanzler geht die SPD von der Fahne

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Chaos bei den Genossen: Dem Kanzler geht die SPD von der Fahne
Bildquelle: NiUS

Der Reformationstag Ende Oktober wurde in der allgemeinen Wahrnehmung zu Halloween. Beide Anlässe sind wie gemacht für die einst stolze deutsche Sozialdemokratie. Deren Lage ist zum Gruseln, und nichts braucht sie dringender als eine echte Reform an Haupt und Gliedern. Danach aber sieht es nicht aus.

Mit dem letzten Aufgebot und mit alten Parolen will die SPD bei den Bundestagswahlen im kommenden Herbst punkten. Dass der Kanzler auf diese Weise eine Laufzeitverlängerung erhalten wird, ist unwahrscheinlicher als Schnee am Orinoco.

Da hilft auch kein Fäustetrommeln: Dem Kanzler gehen die Unterstützer in der eigenen Partei verloren.

Ja, die Grünen befinden sich im selbstverschuldeten Abwärtstrend, und die FDP muss sich wahrscheinlich als außerparlamentarische Opposition neu erfinden. Die SPD aber stellt den Bundeskanzler, ist die nominell stärkste Kraft im Dreierbündnis des Schreckens und blickt zurück auf die längste Tradition. Gegründet vor über 130 Jahren, ist sie untrennbar verbunden mit der deutschen Geschichte des 19., des 20. und des beginnenden 21. Jahrhunderts.

Wenn nicht alle Vorzeichen täuschen, implodiert die SPD gerade. Sie spricht von Respekt und meint Umverteilung, wirbt für Solidarität und betreibt Ausgrenzung, stellt Gerechtigkeit in Aussicht und übersieht, dass sie seit 1998 fast immer Teil der Bundesregierung war.

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