Chemiegewerkschaft fordert klimapolitische Wende

vor 10 Monaten

Chemiegewerkschaft fordert klimapolitische Wende
Bildquelle: Tichys Einblick

In Berlin zieht ein Gewitter auf. Dem leisen Grollen, das noch vor wenigen Wochen kaum Beachtung fand, folgen nun unüberhörbare Donnerschläge: Nach dem Brandbrief von Ola Källenius an den Bundeskanzler, in dem der Mercedes-Chef eine Rückkehr zur Realität und ein Umdenken bei den strikten CO₂-Zielen forderte, meldete sich nun die Chemiegewerkschaft IG BCE mit deutlicher Kritik zu Wort. Ihre Botschaft an die Politik ist unmissverständlich: Die zerstörerische Klimapolitik aus Brüssel und Berlin treibt die Industrie an den Rand des Zusammenbruchs.

Die IG BCE fordert eine Abkehr vom deutschen Sonderziel der Klimaneutralität bis 2045. Gewerkschaftschef Michael Vassiliadis machte deutlich, dass es für viele Betriebe ums Überleben gehe. 40.000 Jobs stünden auf der Kippe, 12.000 arbeiteten bereits in Kurzarbeit. Mit Blick auf das Klimaziel könne bereits die Anpassung an das geltende EU-Ziel um fünf Jahre bis 2050 ein Hebel sein – doch selbst das reiche nicht aus, so der Gewerkschaftschef, der im Namen von 570.000 Mitgliedern spricht.

Viele Unternehmen bräuchten jetzt und sofort Hilfe, andernfalls drohten Stillstand und Arbeitsplatzverluste.

Immer wieder fällt der deutsche Sonderweg auf. Im Land der streng-gläubigen Klimawandler will man mit gutem Beispiel vorangehen. Realismus, der Blick in die Welt und auf die Fakten der Klimaentwicklung werden von den Klima-Proselyten in den Medien, NGOs und der Politik so gut es geht ridikülisiert und zerstreut. Das hat Folgen. Am stärksten von der Dauerkrise betroffen sind die energieintensiven Branchen – Chemie, Kunststoffe, Gummi, Glas oder Papier. Überall fällt die Produktion, ganze Wertschöpfungsketten verschwinden. Vassiliadis’ Worte sind ein unmissverständliches Signal: Selbst in den Reihen der Gewerkschaften, traditionell SPD-nah und seit Jahren ökologistisch auf Linie getrimmt, wächst nun offener Widerstand gegen die grüne Klimapolitik.

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