Die Opferhierarchie des Shitbürgertums: Zehntausende unbekannte Frauen erhalten weniger Solidarität als eine Prominente

vor 4 Monaten

Die Opferhierarchie des Shitbürgertums: Zehntausende unbekannte Frauen erhalten weniger Solidarität als eine Prominente
Bildquelle: NiUS

Heute muss ich leider eine meiner Grundregeln brechen. Nämlich die, mich nicht zu sogenannten Prominenten zu äußern, deren Namen ich bis zur Schlagzeile nie gehört habe. Es ist wie mit jeder guten Regel, irgendwann gibt es eine Ausnahme. Diese Ausnahme entsteht zwingend durch die an Verlogenheit und Heuchelei kaum zu überbietende, selektive Empörungsreaktion von Linken auf die Fernandes-Ulmen-Geschichte.

„Empört euch!“, rief Ricarda Lang den männlichen Zuschauern der Aktuellen Stunde des WDR zu. „Lasst Frauen nicht alleine mit diesem Thema. Hört nicht weg, wenn in der Sportumkleide blöde Witze über Frauen gemacht werden. Relativiert das nicht und schweigt nicht dazu. Der Kampf um eine Welt, in der Frauen sicher leben können – und zwar analog und digital –, das ist auch euer Kampf.“

Anlass der Empörung: Die Schauspielerin Collien Fernandes wirft ihrem Ex-Mann Christian Ulmen vor, jahrelang Fake-Profile in ihrem Namen betrieben, gefälschtes pornografisches Material von ihr verbreitet und zahlreiche Männer zu Sexgesprächen eingeladen zu haben – sie nennt das „virtuelle Vergewaltigung“. Ulmens Anwalt weist die Vorwürfe als „unwahre Tatsachen aufgrund einseitiger Schilderung“ zurück.

Der Fall ließe sich eigentlich mit einem Satz hinreichend kommentieren: Hoffentlich kommt schnell die ganze Wahrheit ans Licht und hoffentlich werden etwaige Täter rechtlich empfindlich bestraft.

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