Diese Analysen sind ein Auszug aus unserem wochentäglich erscheinenden Newsletter. Zum Abonnieren hier klicken.
Von Pauline Voss
Es ist der nächste außenpolitische Erfolg für Trump: Am Sonntag schickte er seinen Außenminister Marco Rubio nach Panama, um den Druck auf das Land in der Frage des strategisch wichtigen Panamakanals zu erhöhen.
Marco Rubio mit dem Verwaltungschef des Panamakanals, Ricaurte Vásquez Morales.
Im Dezember hatte Trump, damals noch nicht im Amt, bereits gedroht, dass Panama die Durchfahrtsgebühren für US-Schiffe senken müsse, ansonsten werde es den Kanal an die USA „zurückgeben“ müssen. Die USA hatten den Kanal einst zusammen mit Frankreich gebaut, dann stückweise bis 1999 an Panama abgetreten. Um seine Forderung zu untermalen, postete Trump ein Bild mit den Zeilen: „Welcome to the United States Canal!“
Viele deutsche Medien wollten in Trumps Drohung den wütenden Irrsinn eines Präsidenten sehen, der sein Land benachteiligt sehe und imperiale Gelüste hege. Tatsächlich aber fielen sie – wieder einmal – auf Trumps Spiel mit der medialen Öffentlichkeit hinein. Maximalforderungen aufzustellen, um bei einem Deal möglichst geringe Zugeständnisse machen zu müssen, gehört zur Strategie des US-Präsidenten. Im Falle des Panamakanals geht es den USA vor allem um den Einfluss Chinas, das die beiden Häfen an den Mündungen des Kanals kontrolliert – und bei einem möglichen Angriff auf Taiwan den Kanal sperren und so westlichen Militär-Nachschub aus dem Atlantik stoppen könnte.
Sowohl in Colón als auch in Balboa werden die Häfen vom Hongkonger Unternehmen CK Hutchinson Holdings betrieben, das wie alle Unternehmen in Hongkong seit der Niederschlagung der Demokratieproteste unter chinesischer Kontrolle steht.
Was Rubio nun in Panama erreichte, liegt darum nicht nur im amerikanischen, sondern im gesamten westlichen Interesse: Panamas Präsident Mulino verkündete am Sonntag, dass es aus Chinas Infrastruktur-Projekt „Seidenstraße“ austreten werde. Im Jahr 2026 wird die Kooperation mit China nicht verlängert.
Von Julius Böhm
WM 2026 in USA: Fifa-Skandal! Trump ruft Infantino an! Sperre für US-Spieler aufgehoben I WELT LIVE











