Die Koalitionsgespräche haben noch gar nicht begonnen, da streiten „Grüne“ und CDU in Baden-Württemberg bereits um ihre Pfründe. Grund ist die Forderung der Union nach einem Job-Sharing im Amt des Ministerpräsidenten. Der Streit eskaliert – Ökosozialist Cem Özdemir wies den CDU-Vorstoß für eine Rotation als „Quatsch“ scharf zurück.
Nach dem äußerst knappen Wahlausgang vom Sonntag und vor dem Hintergrund der diskutierten Ämterteilung gehen „Grüne“ und CDU im Südwesten gereizt aufeinander los. Die Union greift Ökosozialist Cem Özdemir dabei frontal und persönlich an. „Diese herablassende Arroganz der Äußerungen von Özdemir verwundert uns doch sehr“, sagte CDU-Landesgeneralsekretär Tobias Vogt der Deutschen Presse-Agentur (dpa) und merkte bissig an: „Im Grunde ist es exakt die Verlängerung des fragwürdigen Stils der Grünen im Wahlkampf. Das ist Ampel-Sprech.“
Zuvor hatte Özdemir den Regierungsanspruch seiner Partei unterstrichen und Vorschläge aus der CDU, sich die Macht in der Villa Reitzenstein (Amtssitz des baden-württembergischen Ministerpräsidenten) zu teilen, scharf zurückgewiesen. Unter anderm Unions-Fraktionschef Jens Spahn (CDU) hatte ins Gespräch gebracht, dass Özdemir und CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel sich jeweils für zweieinhalb Jahre als Regierungschefs abwechseln sollten – was der CDU mit Blick auf die reguläre Landtagswahl in fünf Jahren einen Vorteil verschaffen würde (Stichwort Amtsbonus).
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