Zur Ruhe auf den Straßen kommt Italien nicht – schon gar nicht, als das Land vor einem Wochenende steht, das weniger nach politischem Protest klingt als nach aufziehendem Gewitter. Was sich in den Straßen von Turin, Mailand und darüber hinaus mit Ansage formiert, ist ein ideologisch aufgeladener Sturmzug. Linksradikale Gruppen, autonome Zentren und pro-palästinensische Aktivisten ziehen gemeinsam auf – verbunden durch Wut, Feindbilder und eine Rhetorik, die längst nicht mehr nur provoziert, sondern zündelt. Aufgestellt sind sie international, einige Brandstifter wollen aus dem Ausland anreisen.
Ein kurzer Blick zurück zeigt, dass diese Eskalation kein Zufall ist, sondern Teil eines Musters. Bereits der 25. April, einst als Tag der Befreiung gedacht, hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend zu einem politischen Gesinnungstest verwandelt. Was als Gedenken beginnt, endet oft als streng choreografiertes Ritual. Viele Fahnen, Parolen, klare Rollenverteilung. Wer dazugehört, singt mit – allen voran „Bella Ciao“, längst weniger Lied als Loyalitätsprüfung. Wer zögert, spürt schnell den sozialen Druck. Erinnerung wird hier nicht geteilt, sondern monopolisiert.
Und kaum ist dieser symbolische Schulterschluss verklungen, rückt bereits der 1. Mai ins Zentrum – ein Datum, das in den Augen vieler in linken Milieus ebenfalls ihnen exklusiv gehört. Der „Tag der Arbeit“ nicht als offenes Forum gesellschaftlicher Anliegen, sondern als ideologisch eingefärbte Bühne, auf der nur eine Richtung den Ton angibt. Die Übergänge sind fließend vom moralischen Anspruch hin zur politischen Mobilmachung.
ANGST IN ANKARA: Gutes Gespräch mit Putin ‒ Was hat Trump auf NATO-Gipfel vor? | WELT LIVESTREAM











