Debatte um KI-Fakes und der „Kampf gegen Rechts“: Wie der Holocaust missbraucht wird, um Social Media zu kontrollieren

vor 5 Monaten

Debatte um KI-Fakes und der „Kampf gegen Rechts“: Wie der Holocaust missbraucht wird, um Social Media zu kontrollieren
Bildquelle: NiUS

KI-Bilder mit Kriegs- und Holocaust-Bezug tauchen in sozialen Netzwerken immer häufiger auf. Für linke Aktivisten und auch für Wolfram Weimer, Staatsminister für Kultur und Medien, ein Anlass, staatliche Regulierung zu fordern. Manche nutzen die Gelegenheit sogar, um die Shoah für den „Kampf gegen Rechts“ zu instrumentalisieren. Beides ist selbst bei guten Absichten problematisch.

Seit einiger Zeit kursieren vermehrt KI-Bilder und -Videos mit Holocaust- oder Weltkriegs-Bezug in sozialen Netzwerken, so berichteten zuletzt unter anderem das Hamburg Journal, die Hessenschau, der Deutschlandfunk und die Süddeutsche Zeitung (SZ). Mithilfe einer Künstlichen Intelligenz erstellte, meist emotionale Bilder, die etwa ein angebliches Wiedersehen zwischen KZ-Häftlingen und Befreiern zeigen, oder Szenen weinender Kinder hinter Stacheldraht.Da das Thema immer „zieht“, haben einige „Content-Creator“ ein Geschäftsmodell daraus gemacht, schließlich lassen sich hohe Klickzahlen in sozialen Netzwerken wie X, Facebook, Instagram oder TikTok monetarisieren. Kritiker beanstanden, dass es sich oft um frei erfundene Inhalte handelt, Experten sehen darin eine „neue Dimension der Fake History“.

KI-generiertes Bild: US-Befreier und Kinder im KZ

Nicht nur, dass Bilder vom Leid in den Konzentrationslagern in bare Münze umgewandelt werden, stößt auf Ablehnung. Des Weiteren besudeln Geschmacklosigkeiten durch KI-Slops zweifellos die Erinnerung an die Shoah oder das Leid im Krieg. Und neuerdings weist man auf die Gefahr hin, dass die nicht immer auf den ersten Blick als unecht erkennbaren Bilder auch zur politischen Manipulation genutzt werden können.

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat vor einigen Tagen ein energisches Vorgehen der EU gegen die Verbreitung KI-generierter Holocaust-Bilder und -Filme gefordert. „Wir ‌müssen verhindern, dass mit solchen KI-generierten Bildern oder Videos in sozialen Medien Geld verdient wird“, so Weimer zur Nachrichtenagentur Reuters. Das gebiete der Respekt vor Millionen Menschen, die unter der nationalsozialistischen Terrorherrschaft getötet und ‍verfolgt wurden. Das große Leid der ⁠Opfer des ‌Holocaust dürfe nicht verfälscht und verzerrt werden, sagte Weimer.

Die Verbreitung manipulierter Bilder führe dazu, dass Geschichte umgeschrieben und letztlich relativiert werde, so der parteilose Minister. Er sieht die Plattformbetreiber auf Grundlage des Digital Services Act (DSA) in der Pflicht, mithilfe von KI hergestellte Bilder eindeutig zu kennzeichnen und „wenn nötig“ zu entfernen.

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer fordert eine Regulierung von KI-Inhalten.

Ähnlich sehen das etwa 30 KZ-Gedenkstätten. Solche Bilder würden „gezielt eingesetzt, um historische Fakten zu verwässern, Opfer- und Täterrollen zu verschieben oder revisionistische Narrative zu verbreiten“. Sie fordern die Plattformbetreiber in einem offenen Brief auf, proaktiv gegen geschichtsverfälschende KI-Inhalte vorzugehen, geschichtsverfälschende und irreführende Inhalte als Fehlinformation über die internen Meldesysteme meldbar zu machen und Konten, die solche Inhalte verbreiten, von allen Monetarisierungsprogrammen auszuschließen. KI-generierte Inhalte sollten ausnahmslos zu kennzeichnen und bei Verstößen gegen die Kennzeichnungspflicht zu entfernen sein.

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