Kanzler Friedrich Merz (CDU) wird dieser Tage nicht müde, bei jeder Gelegenheit anzumahnen, dass die Deutschen mehr arbeiten müssten. Selbst auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos analysierte Merz: „Wir sehen vor allem eine große Hürde, und das ist die Produktivität“, sagte Merz und verwies dabei auf die Arbeitszeit: „Die Deutschen sind es gewohnt, 200 Stunden weniger zu arbeiten als unsere Schweizer Kollegen.“
Bemerkenswert ist daran nicht allein der politische Stil. Es gehört für gewöhnlich nicht zur Jobbeschreibung eines Regierungschefs, im Ausland oder gar noch auf internationaler Bühne das eigene Land schlechtzureden. Merz mag das als schonungslose Ehrlichkeit rechtfertigen. Sei’s drum.
Bemerkenswert ist der Vorgang auch, weil er zumindest in dieser Form ökonomischer Unsinn ist: Die „Produktivität“ beschreibt die Effizienz der Arbeit, indem sie das Verhältnis zwischen dem Produktionsergebnis (Output, z. B. hergestellte Waren) und dem Arbeitseinsatz (Input, zum Beispiel Arbeitsstunden oder Anzahl der Beschäftigten) in einer bestimmten Periode darstellt. Mit anderen Worten: Die Produktivität ist der Quotient aus Ertrag der Arbeit und dem Aufwand an Arbeit, der darin steckt.
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