Der Anschlag von Magdeburg und die unbequeme Wahrheit

vor mehr als 1 Jahr

Der Anschlag von Magdeburg und die unbequeme Wahrheit
Bildquelle: NiUS

Ich bin traurig, wütend und entsetzt. Der gestrige Tag stand im Zeichen der Opfer des Anschlags von Magdeburg – und er hat meine Trauer, meine Wut und mein Entsetzen gesteigert. Mittlerweile sind rund 700 Menschen von dem Anschlag auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt im Dezember betroffen. Fünf Frauen und ein Kind wurden getötet. Die Übrigen sind Verletzte, Zeugen, Angehörige, allesamt unschuldige Opfer. Ihnen gebührt unsere Trauer, unsere Anteilnahme. Die Schuld trifft den arabischen Attentäter, die Verantwortung aber trägt der deutsche Staat.

Dieses Staatsversagen macht mich wütend. Was ist ein Staat wert, der die Sicherheit seiner Bürger nicht gewährleisten kann? Wie will ein Staat seinen Bürgern ins Gesicht sehen, nachdem er sie schutzlos einem Attentäter ausgeliefert hat, den er kannte? Der Terrorist aus Saudi-Arabien war den Behörden bekannt – im Gegensatz zu vielen anderen Attentätern. Oft war er mit Recht und Gesetz in Konflikt geraten, ehe er sein Auto mit hoher Geschwindigkeit auf den Weihnachtsmarkt lenkte. Bundesinnenministerin Nancy Faeser musste es eingestehen. Nach einer Sondersitzung des Innenausschusses im Deutschen Bundestag sagte die Sozialdemokratin gestern:

Aha. Es gibt jetzt also eine Chronologie von bisher 105 Vorgängen oder Sachverhalten, in die der arabische Attentäter vor seiner Tat verwickelt war, in sechs Bundesländern. Vorgänge. Sachverhalte. Alle Erkenntnisse aber, behauptet Faeser, lagen vor der Tat nicht vor. Sie ruhten also still in den Akten, ohne dass der deutsche Staat aktiv geworden wäre. Offenbar hat Deutschland die innere Sicherheit einem Autopiloten ohne Software anvertraut.

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