Wie eng das Rennen ist, beweisen sie beim offiziellen Wahlkampf-Abschluss am Freitagabend in der Oberschwabenhalle von Ravensburg gleich zweimal.
Erst ruft CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann die rund 2000 Anhänger dazu auf, noch einmal mit mindestens drei Freunden, Bekannten und Verwandten darüber zu sprechen, dass diesmal die CDU jede Stimme brauche. Dann lacht der Saal wenig später, als CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel zur gleichen Aufforderung ansetzt. In der Parteispitze ahnen sie längst, dass dieses Rennen eng wird. Wenn es nicht schon verloren ist.
„Der Özdemir geht übers Wasser, und uns fällt alles auf die Füße, was wir machen“, sagt einer aus der Stuttgarter Spitzencrew zu NIUS. Die Resignation ist nicht zu überhören. Wenn man mental in diesem Stadium angekommen ist, hofft man nur noch auf Wunder. Der Rest ist Verzweiflung.
Als einen Tag vorher am Donnerstagabend um 21.59 Uhr die Agenturmeldung vom ZDF-Politbarometer in Umlauf kommt, kennt das Wahlkampfteam von Manuel Hagel die Zahlen längst. Baden-Württembergs CDU-Landeschef und -Spitzenkandidat liegt in der Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen gleichauf bei 28 Prozent. Seit Oktober 2025 sind die Werte der Union im langjährigen Stammland von 34 Prozent um sechs Punkte abgesackt, die der Grünen um zehn Punkte gestiegen. Einen solchen Vorsprung zu vergeigen, das muss man erstmal hinkriegen!
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