Der Spiegel und der Kirk-Mord: Verdrehung mit aller Macht

vor 10 Monaten

Der Spiegel und der Kirk-Mord: Verdrehung mit aller Macht
Bildquelle: Apollo News

„Keine Angst vor der Wahrheit“ und „Spiegel-Leser wissen mehr“: So wirbt und warb das Magazin aus Hamburg seit Jahrzehnten für sich. Beides müsste man den Verbraucherzentralen als irreführende Werbung melden: Rund um das Kirk-Attentat demonstriert der Spiegel wieder par excellence, warum er wie kein zweites Blatt für den Vertrauensverlust in die etablierten Medien steht.

Vom Moment des Schusses bis jetzt sind die Berichte der Redaktion aus der illustren Hafencity immer wieder durchzogen von Verharmlosungen oder Fehldarstellungen, die am Ende manchmal gar in astreiner Irreführung der Leser münden. „Es hat einen Schuss gegeben“, war die Formulierung des Spiegels zunächst, als das Attentat auf Kirk bekannt wurde. „Einen Schuss gegeben“ – da war das Video, wie das Blut aus dem Hals des ermordeten US-Aktivisten spritzt, schon im Internet verbreitet.

Die Redakteure kannten es; sie erwähnen den brutalen Clip auch im Artikel – ihren Teaser-Text formulierten sie trotzdem so. In einer Meldung am nächsten Morgen wird der Mord an Kirk dann als „Schusswaffenvorfall“ bezeichnet, durch den er „gestorben“ sei. Als hätte sich ein Schuss von selbst gelöst. Man könnte einen politischen Mord sprachlich wahrscheinlich gar nicht stärker verharmlosen, als es der Spiegel betreibt. Fast 24 Stunden dauert es, bis das Magazin es schafft, das Wort „Mord“ überhaupt einmal von sich aus zu schreiben. Selbst dort kommt es streng genommen nicht aus der Redaktion, sondern von einem zitierten Experten.

Absolut gar keine Zurückhaltung in der Sprache herrscht hingegen bei der Charakterisierung des erschossenen Kirks: Dieser „leugnete den Klimawandel“ und „hetzte gegen trans Menschen und Migranten“, attestiert ihm der Spiegel. Insbesondere wird betont, dass Kirk sich für das Recht auf Waffenbesitz einsetzte – es wirkt hämisch.

Missgunst und Ablehnung sind es, die dem toten Kirk aus jeder Zeile der zahlreichen Spiegel-Artikel zum Thema entgegenschlagen. Oft werden seine Standpunkte dabei zur absoluten Unkenntlichkeit verdreht. So schreibt man etwa, Kirk habe in der „Rassenfrage“ ein hartes „,Wir‘ und ,sie‘“ vertreten. Das klingt in deutschen Ohren so, als sei Kirk ein rechtsextremer Rassentheoretiker vom Schlag des Ku-Klux-Klans oder der Nationalsozialisten, der an einer Art Nürnberger Rassegesetz für die USA gearbeitet habe. Nichts könnte der Wahrheit ferner sein.

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