Mit François Bayrou ist Frankreich nun schon seinen vierten Premier innerhalb von zwei Jahren losgeworden. Am Montag fiel der Premierminister bei einer selbst anberaumten Vertrauensfrage durch – nach Überlegungen der Opposition, ihn durch ein Misstrauensvotum zu stürzen, versuchte er durch eine schnell anberaumte Abstimmung die Flucht nach vorne. Und scheiterte.
Im Parlament ist Macrons wackelige Regierungskoalition spätestens seit den Wahlen im vergangenen Jahr weit, weit weg von einer Mehrheit. Schon kurz nach seiner Wiederwahl als Präsident 2022 hatte der französische Präsident in den kurz danach folgenden Parlamentswahlen die Mehrheit verloren – eigentlich zuletzt untypisch für einen Präsidenten, der sich sonst nach dem eigenen Wahlsieg oft einen Erdrutschsieg und stabile Mehrheit in der Nationalversammlung sichern kann.
Aber damals zeigte sich schon: Die Franzosen waren unzufrieden mit Macron. Die Wahl gewann er damals wohl nur, weil er die relevanteste Alternative zu Marine Le Pen war, für die damals noch keine Mehrheit stimmen wollte. In der Folge wurde seine Partei zwar stärkste Kraft im Parlament, aber musste eine Minderheitsregierung bilden. Seine Regierungskoalition hatte zusammen mit den französischen Republikanern (der Schwesterpartei der CDU), die die Regierung stützen, noch eine knappe Mehrheit im Parlament, um Misstrauensvoten abzuwenden.
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