Deutsche Gelder für Regenwald-Fonds – und Brasilien plant Abschwächung der Umweltgesetze

vor 8 Monaten

Deutsche Gelder für Regenwald-Fonds – und Brasilien plant Abschwächung der Umweltgesetze
Bildquelle: Tichys Einblick

Kanzler Friedrich Merz (CDU) hat am 7. November 2025 im brasilianischen Belém im Vorfeld der Weltklimakonferenz vom 10. bis zum 21. November 2025 einen „namhaften Betrag“ für den neuen Fonds „Tropical Forest Forever Fund“ (TFFF; deutsch: ‚Tropenwälder für immer‘) zugesagt. Der Fonds soll mit einem Volumen von ca. 125 Milliarden Dollar und einem Startkapital von 25 Milliarden Dollar ausgestattet sein. Eine konkrete Fördersumme nannte Merz nicht. Ob es eine Milliarde ist, wie der AfD-Europaabgeordnete Alexander Sell vermutet, ist offen. Oder der deutsche Betrag wird gezielt geheimgehalten. Fest steht bislang: Brasilien zahlt 1 Milliarde Dollar ein, Indonesien: 1 Milliarde Dollar, Norwegen: 3 Milliarden Dollar auf 10 Jahre, Frankreich: 500 Millionen Dollar. Deutschland wird sich da nicht lumpen lassen.

Die spendable Ankündigung von Merz erfolgte gut drei Monate, nachdem Brasiliens Parlament mit großer Mehrheit (267 gegen 116 Stimmen) einer Aufweichung des Umweltschutzes bei Großprojekten (Straßenbau, Staudämme, Bergbauprojekte, Ölbohrungen) zugestimmt hatte. Danach sollen Genehmigungsverfahren für Infrastrukturprojekte im Regenwald am Amazonas vereinfacht werden. Brasiliens linker Präsident Lula da Silva jedenfalls ist nicht dagegen. Er unterstützt die Suche nach neuen Ölquellen zugunsten der größten Volkswirtschaft Lateinamerikas.

Deutschland gibt gerne den Musterknaben in Sachen Entwicklungshilfe. Inklusive Transfer via Weltbank sind es ca. 30 Milliarden, die Deutschland hierfür pro Jahr aufbringt. Der Etat des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) selbst betrug 2016 noch 7,9 Milliarden Euro, 2022 waren es 13,8 Milliarden Euro, 2025 sollen es rund 10,3 Milliarden Euro werden. Insgesamt gab der Bund von 2015 bis 2023 94,2 Milliarden Euro allein über das BMZ aus. Hinzu kommen Milliarden aus anderen Bundesministerien, etwa dem Außen- und Umweltministerium. Beispiele: Das Auswärtige Amt etwa förderte die „Zusammenarbeit mit den Zivilgesellschaften in Afrika, Nah- und Mittelost“ (ZANMO) 2024 mit 15,1 Millionen Euro. Habecks Wirtschaftsministerium stellte Entwicklungs- und Schwellenländer für Klimaschutz und Klimaanpassung 9,9 Milliarden Euro zur Verfügung.

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