Die Bundesregierung taumelt bereits wenige Monate nach ihrer Wahl in ihre erste schwere Krise. Dass sie auch wirtschaftspolitisch blank dasteht, ging in den größtenteils selbst verursachten Turbulenzen unter. Derweil scheint sich niemand in Berlin für die ökonomische Katastrophe des Landes zu interessieren.
Der Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz nach 100 Tagen einen Fehlstart unterstellen zu wollen, dürfte die Untertreibung des Jahres sein. Merz’ erste Zwischenbilanz ist ein Desaster. Seine ostentative Nähe zur Linken im Kampf gegen die AfD, die katastrophale Entscheidung des Waffenlieferstopps an Israel und der Bruch mit einer fundamentalen deutschen Staatsräson werden genauso zum vorzeitigen Ende dieser Koalition beitragen wie Merz’ Schlingerkurs im Falle der Debatte um die Ernennung der von der SPD für das Bundesverfassungsgericht nominierten Juristin Brosius-Gersdorf.
Merz ist ein Angst-getriebener, der sich vor dem drohenden Ende seiner Regierung und der Peinlichkeit einer Kurzzeitkanzlerschaft auf das internationale Parkett flüchtet, um vom bellizistischen Grundrauschen in der Russlandpolitik innenpolitische Aura der Stärke abzuleiten. Aufrüstung, Wehrbereitschaft und eine Prise Patriotismus – das ist der dünne Firnis der letzten Kampflinie der Regierung Merz.
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