Fünf Mark für den Liter Sprit – für diese Forderung wären die „Grünen“ 1998 noch fast aus dem Bundestag geflogen. Inzwischen ist es soweit: Erstmals hat der Tankstellenpreis für einen Liter Diesel heute im bundesweiten Schnitt die Marke von 2,50 Euro überschritten. Seit der Einführung der „Zwölf-Uhr-Regel“ vor einer Woche, wonach die Tankstellen nur noch einmal am Tag um 12 Uhr mittags die Preise erhöhen dürfen, hat der Kraftstoffpreis damit den siebten Tagesrekord in Folge aufgestellt.
Für Benzin der Sorte E10 wurde mit 2,235 Euro pro Liter ebenfalls ein Rekordpreis aufgerufen. Seit Einführung der Regel am 1. April hat sich die Benzinsorte im bundesweiten Tagesdurchschnitt um weitere 8,5 Cent pro Liter verteuert, Diesel um 12,7 Cent. Im Vergleich zum letzten Tag vor Ausbruch des Iran-Kriegs sind die Preise sogar um 41 Cent bei E10 und fast 70 Cent bei Diesel gestiegen.
Infolge der anhaltenden Sperrung der Straße von Hormus wachsen die Sorgen vor dauerhaften Engpässen bei der Treibstoffversorgung. Der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, warnt vor einem „schwarzen April“, sollte die Sperrung der wichtigen Versorgungsroute den ganzen April hindurch andauern. Die Ausfälle an Rohöl und Raffinerieprodukten könnten sich dann im Vergleich zum Monat März verdoppeln.
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