Am 26. Dezember veröffentlichte die Tagesschau einen Bericht anlässlich des fünften Jahrestages des Starts der Corona-Impfkampagne. Der zehnminütige Beitrag ist durch zwei Narrative gekennzeichnet: Einerseits habe man die Erwartungen bezüglich der Impfung überhöht; andererseits hätte das Verhalten von Impfverweigerern dazu geführt, dass die Solidarität in der Gesellschaft abnehme. Obwohl angesprochen wird, dass die Impfung nicht hielt, was man versprach, werden Menschen, die sich nicht impfen ließen, negativ dargestellt.
Ein Moderator sagt über die Impfung: „Was für viele ein Segen war, wurde von anderen skeptisch betrachtet oder sogar verteufelt.“ Dann wird ein Videobeitrag eingespielt. Darin heißt es, dass nur 16 Prozent der Angehörigen von Risikogruppen, die sich gegen Corona impfen lassen können, aktuell geimpft sind. Ole Wichmann, Leiter der Abteilung Impfprävention am Robert Koch Institut, spricht von einer „Impfmüdigkeit“. Im Beitrag heißt es weiter: „Das war vor fünf Jahren anders. Glücklich war, wer zu den ersten in den Impfschlangen gehörte.“
Die Virologin Ulrike Protzer von der TU München sagt: „Man hat natürlich immer gehofft, dass der Impfstoff eben auch vor Ansteckungen sehr gut schützen würde. Und da hat man vermutlich ein bisschen zu hohe Erwartungen geschürt“. Viele Menschen, die sich trotz Impfung angesteckt hätten, seien enttäuscht worden. Direkt danach heißt es von der Sprecherin des Beitrags, dass es eine Welle der Solidarität gegeben habe und viele Menschen sich impfen ließen, um Ältere zu schützen. „Andere dagegen verweigerten, gingen nicht mit.“
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