„Zufällige gemeinsame Mehrheiten werden zunehmend schwer vermeidbar sein und sind kein Bruch der Brandmauer“ – der Satz, den der Grünen-Europaabgeordnete Sergey Lagodinsky zur Rechtfertigung der Abstimmung im Europäischen Parlament auf X schrieb, ist einer für die Ewigkeit.
Die Grünen gehören zu jenen, die politisch im Dreieck springen und die Empörungsskala ganz nach oben erklimmen, wenn ein Unionspolitiker auch nur einen Moment zu lange einen AfD-Politiker anguckt. Als Merz mit seiner Fraktion im Januar vergangenen Jahres für seine Migrations-Anträge eine Mehrheit im Bundestag mit der AfD fand, schäumten und schimpften insbesondere Grüne von einem Sündenfall für die Demokratie.
Wenn es einen selbst betrifft, ist es natürlich etwas ganz anderes: „Die Lage ist komplex“, schwurbelt Grünen-Chef Felix Banaszak nach der Abstimmung im EU-Parlament, bei der seine Fraktion zusammen mit linken, aber eben auch rechten Kräften inklusive AfD eine Mehrheit für eine gerichtliche Prüfung des Freihandelsabkommen mit Südamerika fand.
Danach sahen sich die Grünen natürlich harten Angriffen ausgesetzt – von außen und auch von innen, wo manch einer die eigene Brandmauer-Logik zu hinterfragen begann. Eilig zimmerte sich die Partei daher ein internes Positionspapier zusammen, aus dem die Welt zitiert, um diese kognitive Dissonanz irgendwie aufzulösen.
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