Der Besitzer von X erlaubt auf seiner Social-Media-Plattform im Rahmen der Gesetze zu sagen, was das linksgrüne Establishment am liebsten „regulieren“, also zensieren würde. Überhaupt tritt der Milliardär Elon Musk im Vergleich zu Unternehmern ähnlicher Finanzkraft, die meist dem linksgrünen Zeitgeist folgen, als „Enfant terrible“ auf, der die Gesetze politischer Korrektheit bricht. Zensurgelüste berufen sich auf typisch alt-linke Kritik an zu viel Macht privater Einzelunternehmer. „Musk-Kritiker“ blenden allerdings aus, dass reiche Stiftungen seit Jahren vor allem linker Politik den Rücken stärken.
Elon Musk ist eine Disruption im politischen Betrieb jener, die glauben, ein Patent auf „die Demokratie“ zu haben. Der erfolgreiche Unternehmer sagt offen und direkt, was im politischen und medialen Establishment als unsagbar und verpönt gilt. Wer auf einer Gala der Champagner-Linken Redebedarf im Geiste Elon Musks kundtäte (Musk spricht sich etwa gegen Wokeness, offene Grenzen, Lockdowns und Faktencheck-Zensoren aus), der würde bestenfalls entrüstetes Naserümpfen ernten, wenn er nicht gleich des Salons verwiesen werden würde.
Zum Jahresabschluss hat Musk nun die ultimative Todsünde im linksgrünen Moralkatechismus begangen: Er bezeichnete die AfD als „Hoffnungsschimmer“ – schnörkellos, ohne Einschränkung und im Sinne einer Wahlempfehlung. Man hat schnell vor Augen, wie einem Salon-Linken das Sektglas aus der Hand fällt und er sich den Schweiß von der Stirn abtupft. Um seiner Empörung gegenüber Musk Ausdruck zu verleihen, greift das linksgrüne Establishment nun auf eine altmodisch wirkende, altlinke Argumentationsfigur zurück: „Zu viel Macht und Einfluss“ habe dieser „private Unternehmer“ Musk, der mit seiner Finanzkraft finstere Zwecke verfolge, gar die Zerstörung der „liberalen Ordnung“ oder „liberaler Demokratie“ im Sinn habe. So oder so ähnlich ertönt es aktuell auf sämtlichen Ebenen, die in Deutschland vorgeben, das politische System der Bundesrepublik unmittelbar zu repräsentieren, nämlich: „unsere Demokratie“.
Das Grundmuster dieser „Musk-Kritik“ offenbarte sich unlängst im ZDF: Als wäre Journalistin Marietta Slomka vom Marx-Lesekreis direkt ins ZDF heute journal-Studio gefahren, fragte sie vor Kurzem einen sorgfältig auserwählten Medien-Experten, ob wir mit Elon Musk, den sie als „Medienmogul“, „Industriellen“ und „Schattenkanzler“ vorstellt, nun eine „noch nie gekannte Symbiose aus Politik, Macht und Kapital“ erleben würden. „Ja, unbedingt“, bestätigt dieser ihre schlimmsten Befürchtungen: „Radikale Staatsfeinde bekommen Staatsmacht“, warnte also das ZDF seine Zuschauer vor der demokratischen Entscheidung des amerikanischen Volks.
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