Die Politik bekämpft den Vermögensaufbau: Warum das eigene Haus noch immer die beste Altersvorsorge ist

vor etwa 1 Jahr

Die Politik bekämpft den Vermögensaufbau: Warum das eigene Haus noch immer die beste Altersvorsorge ist
Bildquelle: NiUS

Alle paar Jahre untersucht die Bundesbank – weil sie sonst nicht mehr viel zu tun hat – das Privatvermögen der deutschen Haushalte. Die Ergebnisse sind nicht sonderlich wissenschaftlich, sie sind in der bleiernen Prosa deutscher Behörden abgefasst, und man kümmert sich ein bisschen sozialistisch um echte und scheinbare Ungleichheiten.

Aber die zentrale Aussage der jüngsten Untersuchung ist hochinteressant. Die lautet nämlich: Nur wer Immobilien besitzt, ist vermögend. Leute, die weder ein Haus noch eine Wohnung besitzen, haben fast gar nichts. Und selbst das Vermögen der wirklich Reichen, also jener oberen zehn Prozent, die mehr als 880.000 Euro haben, beruht zu mehr als 60 Prozent auf Häusern und Wohnungen – erst danach kommen Wertpapiere, Sichteinlagen auf Spar- und Girokonten und endlich Anteile an Unternehmen.

Eine Baustelle mit geplanten Neubauwohnungen in Ottendichl bei München. Nur wer Immobilien besitzt, ist vermögend.

Die wohlhabenden Deutschen sind damit ein Verein von Häuslebauern und Immobilienbesitzern. Und der beste und einfachste Weg zu Wohlstand und Vermögen führt über den Kauf und die Finanzierung der eigenen vier Wände – eine einfache, aber große Wahrheit, die unsere Großeltern im Allgemeinen und Schwaben im Besonderen seit jeher wussten.

Darauf hat die Bundesbank eine klare Antwort: Im Mittel verfügten die Haushalte in Deutschland im Jahr 2023 über ein Nettovermögen von rund 324.800 Euro. Nettovermögen heißt: nach Abzug aller Schulden. Wenn also die Müllers soeben für 700.000 Euro ein freistehendes Einfamilienhaus gekauft und dafür ein Hypothekendarlehen über 500.000 Euro aufgenommen haben, dann beträgt ihr Nettovermögen (sofern sie sonst nichts haben) 200.000 Euro – und nicht 700.000 Euro.

Dieser schöne Wert von knapp 325.000 Euro Reichtum je Haushalt hat nun zwei Probleme: Erstens ist es nur ein rechnerischer Mittelwert – also kein realer Wert, den ein typischer Haushalt tatsächlich besitzt. Und zweitens ist dieser Durchschnitt höchstwahrscheinlich falsch.

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