ARD-Faktenfinder relativiert Ausländerkriminalität: Polen, Niederländer und Urlauber sollen Statistik verzerren

vor 11 Monaten

ARD-Faktenfinder relativiert Ausländerkriminalität: Polen, Niederländer und Urlauber sollen Statistik verzerren
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Der ARD-Faktenfinder hat in einem aktuellen Beitrag versucht, die auffällige Überrepräsentation von Ausländern in Kriminalitätsstatistiken zu erklären. Viele private Berechnungen, die in den sozialen Medien breit rezipiert wurden, so der Beitrag, stünden „auf wackeligen Beinen“, da die Daten häufig falsch interpretiert würden. Ein zentraler Fehler bestehe darin, dass in den Statistiken auch Tatverdächtige auftauchten, die überhaupt nicht in Deutschland leben.

Als fiktive Beispiele nennen die Faktenchecker etwa einen in der Nähe zur polnischen Grenze geschnappten „Autoschieber auf der Rückfahrt nach Osteuropa“ und den „in Duisburg gefassten Drogenkurier aus den Niederlanden“. Beide würden die Zahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen in den jeweiligen Bundesländern erhöhen, ohne jedoch dort wohnhaft zu sein. Nach den australischen Austauschstudenten, die Hart aber fair-Moderator Louis Klamroth in diesem Frühjahr als potenzielle Tatverdächtige für Gruppenvergewaltigungen ins Spiel brachte (Apollo News berichtete), sorgen nun der ARD zufolge ausgerechnet Polen und Niederländer für auffällige Überrepräsentationen von Ausländern in den deutschen Kriminalitätsstatistiken. Laut Faktenfinder könnten aber auch Touristen oder sonstige Urlauber die Zahlen zuungunsten von ausländischen Staatsangehörigen beeinflussen und den Ausländeranteil bei Tatverdächtigen nach oben treiben. Daher seien die statistischen Belastungszahlen einzelner Nationalitäten mit Vorsicht zu genießen.

Darüber hinaus verweisen die Autoren, darunter Tobias Wilke, der die BILD für rassistisch und die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) für rechtsradikal hält, auf sozioökonomische Faktoren. Kriminalität sei weniger eine Frage von Herkunft oder Kultur, sondern stark abhängig von den jeweiligen Lebensumständen. Menschen in prekären Verhältnissen, mit schlechter Wohnsituation, geringem Bildungsniveau und schwacher Anbindung an den Arbeitsmarkt seien generell stärker gefährdet, straffällig zu werden. Migration könne in diesem Zusammenhang ein Verstärker sein, weil viele Zuwanderer unter solchen Bedingungen leben.

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