Der britische Mega-Star wurde vorab verarztet, das Gespräch aufgezeichnet. Robbie Williams wirkt so übertrieben echt und nahbar, als habe Maischberger geahnt, dass sie mit diesem Gast irgendetwas wettmachen müsse.
Zum Beispiel den Gast vom Vorabend: CDU-Profipennäler Philipp Amthor war mit einstudierten Phrasen spektakulär an AfD-Frau Beatrix von Storch gescheitert. Williams ist das exakte Gegenteil eines blassen Partei-Stromliners: Hier sitzt ein echter Kerl, sympathisch gealtert, und er blickt zurück auf ein Leben, das zeitweise jedes Maß verloren hat. Boyband („Take That“), Solokarriere, Mega-Konzerte vor Hunderttausenden, Drogenexzesse, Lebenskrisen, Heirat, Familie, Kinder, Selbstzweifel, psychische Probleme, „Flucht“ in die USA, wo ihn kaum jemand kannte.
Das aufgezeichnete Gespräch wird pseudo-live an die Sendung gehängt, denn um Mitternacht, wenn alles ausgestrahlt wird, liegt der in Ehren ergraute Popstar selbstverständlich brav in der Koje. Robbie Williams macht keinen Hehl daraus, dass er ruhig geworden ist, langweilig, eigentlich ein Spießer sogar, und dass er heute nur da sitzt, um für seinen Film zu werben.
Aber was bitteschön hat man dem Mann bloß über Maischberger erzählt? Er fragt sie: „Ich wette, Sie machen hier sonst den Politikern die Hölle heiß, oder? Ist es Ihr Job, denen die ganz harten Fragen zu stellen?“ Da kommt selbst Maischberger ins Stocken. Nach einer Denkpause antwortet sie: „Ich versuche, ihnen das herauszulocken, was sie nicht sagen wollen.“ Ach was, echt jetzt? Toll! So eine Sendung würden wir ja wirklich gern mal sehen. Wird dieses Material etwa zurückgehalten? Hey, ARD, gebt endlich die Bänder frei!
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