Im Juni 1940 befindet sich Franz Werfel in Südfrankreich auf der Flucht vor den Deutschen. Der jüdische Schriftsteller und seine Frau Alma wollten über die Pyrenäen entkommen, stecken aber nun fest. Schließlich verschlägt es sie nach Lourdes, wo sie sich mehrere Wochen lang verstecken. Hier wird Werfel mit den Geschehnissen vertraut, die das Städtchen einst mit einem Schlag ins Bewusstsein der Weltöffentlichkeit rückten: die Marienerscheinungen von Lourdes, die den Ort in einen der bedeutendsten Wallfahrtsorte der Welt verwandelten.
Werfel ist fasziniert. Und er legt ein Gelübde ab, dessen Inhalt er im Vorwort zu seinem Werk „Das Lied von Bernadette“ wiedergibt:
„Werde ich herausgeführt aus dieser verzweifelten Lage und darf die rettende Küste Amerikas erreichen – so gelobte ich –, dann will ich als erstes vor jeder andern Arbeit das Lied von Bernadette singen, so gut ich es kann.“
Die Flucht gelingt, und Werfel löst sein Versprechen ein: mit einem der ergreifendsten und eindrücklichsten Glaubenszeugnisse über den katholischen Glauben – geschrieben von einem Juden.
Werfel lag nicht daran, eine Heiligenlegende oder Märchengeschichte zu verfassen. Er betont die Historizität seiner Erzählung. Das, wovon er berichtet, spiele, so hält er fest, „im hellsten Licht der Geschichte“.
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