Großer Jubel bei dem Energiekonzern RWE: Der Essener Stromkonzern meldete im ersten Quartal 2026 einen starken Gewinnanstieg und führt ausgerechnet „verbesserte Windverhältnisse“ und den Ausbau „erneuerbarer“ Energien als Grund an.
Doch der wesentliche Teil der Renditemaschine entsteht nicht in einem freien Strommarkt, sondern in einem politisch geschaffenen Erlössystem: EEG-Förderung, Marktprämien, Einspeisegarantien, Differenzverträge, staatliche Entschädigungen und künftig wohl Kapazitätszahlungen. Bezahlt wird das nicht von RWE, sondern von Stromkunden, Steuerzahlern und Netznutzern. Ohne staatlich garantierte Erlöse und Fördermechanismen wäre der massenhafte Bau von Wind- und Solarparks in dieser Form nicht finanzierbar. Viele Projekte würden sich unter echten Marktbedingungen nicht rechnen.
RWE hat sein bereinigtes EBITDA um 25 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro gesteigert, so die RWE Mitteilung. Das bereinigte Nettoergebnis lag bei 0,6 Milliarden Euro, das bereinigte Ergebnis je Aktie stieg von 0,68 auf 0,85 Euro. RWE bestätigt zugleich das Dividendenziel von 1,32 Euro je Aktie. Als Gründe nennt der Konzern bessere Windverhältnisse in Europa, neue Windkraft-, Solar- und Batterieanlagen mit 2,3 Gigawatt zusätzlicher Kapazität sowie eine Entschädigungszahlung des niederländischen Staates. Allein diese Entschädigung für Einschränkungen beim Kohlekraftwerk Eemshaven brachte 332 Millionen Euro. Denn auch die Niederlande würgen Kohlekraftwerke ab und müssen dann für die Einschränkungen der Kohleverstromung zahlen. Laut Reuters wäre ohne diese Zahlung das RWE-Kernergebnis im ersten Quartal ungefähr auf Vorjahresniveau geblieben.
Doch genau hier beginnt die eigentliche Geschichte. Denn diese Gewinne sind nicht einfach das Ergebnis klassischer Wertschöpfung in einem freien Markt. RWE verkauft nicht nur Strom, wie ein Bäcker Brötchen verkauft. Der Konzern operiert in einem Stromsystem, das politisch konstruiert wurde: mit Einspeisevorrang, garantierten Erlösen, Marktprämien, Ausschreibungszuschlägen, Differenzverträgen, Entschädigungen und künftig wohl auch staatlich organisierten Kapazitätsmechanismen. Die neue Energiewelt ist kein freier Markt, sondern eine staatlich regulierte Erlösmaschine.
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