Entlassungs-Monitor März

vor 3 Monaten

Entlassungs-Monitor März
Bildquelle: Tichys Einblick

Heute, am letzten Tag im Monat März, sind 4.000 Mitarbeiter der Aldi International Services (Aldi DX) in Mülheim an der Ruhr zu einer Betriebsversammlung in die Essener Gruga-Halle eingeladen. Die firmeninterne IT-Firma von ALDI-Süd bekommt einen Betriebsrat.

Hintergrund sind anhaltende Gerüchte um bevorstehende Massenentlassungen. Der Monat – wie schon viele Monate vorher – hat gezeigt, dass abertausende Menschen in Deutschland leider völlig zu recht Angst um ihren Job haben.

Kahla Das Traditionsunternehmen Kahla-Porzellan meldet Insolvenz an. Als Gründe werden eine schlechte Auftragslage und gestiegene Energiekosten angegeben. Wie viele der 120 Mitarbeiter ihren Job verlieren, ist unklar. Der vorläufige Insolvenzverwalter plant, den Betrieb zu sanieren. Ob das gelingt, steht in den Sternen: Im März 2020 hatte Kahla schon einmal Insolvenz angemeldet und konnte die endgültige Betriebsschließung nur knapp vermeiden. Minus 120 Jobs.

TMD Friction Der Automobilzulieferer hat seine Zentrale in Leverkusen. Am Standort Coswig werden seit 100 Jahren Scheiben- und Trommelbremsbeläge für Pkw, Nutzfahrzeuge und Schienenfahrzeuge hergestellt. Der Finanzinvestor Aequita wird die Produktion vollständig nach China verlagern. Bis Ende 2026 wird der Standort dichtgemacht. Etwa 100 der 120 Arbeitsplätze fallen weg. Minus 100 Jobs.

Evotec Der Hamburger Biotech-Konzern streicht 800 Jobs. Gleichzeitig soll innerhalb von zwei Jahren die Zahl der Standorte auf nur noch zehn reduziert werden. Minus 800 Jobs.

Schaeffler Bei dem Automobilzulieferer sind am Standort Schweinfurt 677 Arbeitsplätze verschwunden. Die Belegschaft ist von etwa 5.800 Mitarbeitern im Jahr 2024 auf etwa 5.100 heute geschrumpft. Schweinfurt ist einer der wichtigsten Wirtschaftsstandorte Bayerns und seit Jahrzehnten das Zentrum der Wälzlagerindustrie. Minus 677 Jobs.

VR Plus Altmark-Wendland Die Genossenschaftsbank mit Sitz im Landkreis Lüchow-Dannenberg will sich von vier ihrer fünf Geschäftsfelder trennen. Etwa 600 Arbeitsplätze sollen wegfallen. Als Gründe für die schlechte wirtschaftliche Lage der Volks- und Raiffeisenbank werden Auswirkungen der Corona-Pandemie und Managementfehler genannt. Minus 600 Jobs.

Deutsche Bahn Im traditionsreichen DB-Ausbesserungswerk in Paderborn werden etwa 100 Arbeitsplätze gestrichen. Damit verliert fast jeder fünfte Mitarbeiter seinen Job. Besonders betroffen ist ausgerechnet der Fertigungsbereich, der die industrielle Wertschöpfung sichert und das Werk überhaupt erst am Leben hält. Minus 100 Jobs.

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