Es hat den Anschein, als wiederhole sich in diesen Monaten Wirtschaftsgeschichte. An den Börsen werden Unternehmen aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz und der Datencenter heiß gehandelt. Massives Kapital strömt in diese Technologie. Vieles erinnert an den Dotcom-Boom vor 25 Jahren.
Strukturell und regional hat sich seither im Grunde nichts verändert: Die USA und China kämpfen um die Pole Position, während die Wirtschaft der Europäischen Union weitgehend an der Seitenlinie steht und vom EU-Regulator in die Zuschauerrolle gedrängt wird.
Ein interessanter Maßstab für den Rückstand EU-Europas im Bereich der künstlichen Intelligenz ist die Zahl sogenannter Unicorns. Dabei handelt es sich um private Start-ups mit einer Bewertung von mindestens einer Milliarde US-Dollar vor dem Börsengang. Diese Kennzahl gilt als valider Indikator für die Innovationskraft eines Wirtschaftsraums – und für die EU fällt der Vergleich mit den USA katastrophal aus.
Rund 1.700 solcher innovativen Unternehmen operieren derzeit in den Vereinigten Staaten, in der Europäischen Union sind es gerade einmal etwa 280. Die USA dominieren diesen Markt damit mit einem Anteil von über 50 Prozent, während die europäische Wirtschaft mit weniger als zehn Prozent am globalen Markt deutlich hinterherhinkt.
Dieser ökonomische Graben manifestiert sich auch im Investitionsvolumen. Hyperscaler wie Amazon, Microsoft, Alphabet und Meta investierten im laufenden Jahr allein über 320 Milliarden US-Dollar in KI und die korrespondierende Infrastruktur von Rechenzentren. Mehr als 550 neue Projekte – mit Schwerpunkten in Virginia, Texas und Arizona – formen so das Rückgrat einer neuen Ökonomie.
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