EU führt CO2-Zoll für Importe ein: Handelskonflikte und erhebliche Belastungen für die Exportindustrie befürchtet

vor 6 Monaten

EU führt CO2-Zoll für Importe ein: Handelskonflikte und erhebliche Belastungen für die Exportindustrie befürchtet
Bildquelle: Apollo News

Die Europäische Union hat zum 1. Januar 2026 den sogenannten Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) eingeführt. Dahinter verbirgt sich ein faktischer CO2-Zoll auf Einfuhren aus Nicht-EU-Staaten. Praktisch erzwingt der CBAM bei besonders CO2-belastenden Importgütern aus Drittländern dieselben hohen Klimaschutzkosten wie bei EU-Produkten. Der Importhandel in die EU wird hierdurch erheblich erschwert.

Ziel sei es demnach, die Verlagerung von Produktion in Länder mit schwachen Umweltstandards – sogenanntes „Carbon Leakage“ – zu stoppen und die europäische Industrie vor unfairen Wettbewerbsnachteilen zu schützen. De facto führt die EU hier jedoch nichts weniger als ein Instrument des Protektionismus ein. Der CBAM koppelt sich eng an den EU-Emissionshandel (EU-ETS), wo EU-Unternehmen bereits teure Zertifikate für CO₂-Emissionen kaufen müssen – nun wird dieser Aufschlag auch auf Importe übertragen.

Zudem plant die EU eine Ausweitung auf etwa 180 weiterverarbeitete Güter mit Stahl- oder Aluminiumanteilen, darunter schwere Maschinen, Autoteile, Waschmaschinen, Kühlschränke, Brückenkomponenten oder landwirtschaftliche Geräte, um vermeintliche Schlupflöcher zu stopfen. Importeure sind nun gezwungen, die CO₂-Emissionen ihrer importierten Waren penibel zu kalkulieren und teure CBAM-Zertifikate zu erwerben. Sofern im Herkunftsland bereits ein CO2-Preis gezahlt wurde, soll dieser angerechnet werden können.

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