US-Vizepräsident J.D. Vance hat dem britischen Online-Nachrichtenportal UnHerd ein bemerkenswertes Interview gegeben. Darin stellt er klar, dass europäische Politiker auf ihre Bevölkerungen hören müssen und Verbündete Meinungsverschiedenheiten haben dürfen. Lesen Sie hier seine wichtigsten Aussagen.
Groß war die Empörung über die Rede von J.D. Vance bei der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar, weil Donald Trumps Vize deutliche Worte über aus den Augen verlorene Werte gefunden hatte. Manche wollten aus ihnen heraushören, dass die Vereinigten Staaten das westliche Verteidigungsbündnis, die NATO, verlassen wollen. Amerika habe vor, Europa im Stich zu lassen – das war das Argument, mit dem die neue Koalition 400 Milliarden Euro Schulden beschloss, um die Bundeswehr zu stärken.
Doch J.D. Vance hat eben wieder klargestellt, dass er sich wünsche, es mit einem starken, unabhängigeren Europa zu tun zu haben. Für Verbündete sei es in Ordnung, Meinungsverschiedenheiten zu haben, im Nachhinein wäre es etwa besser gewesen, wenn manche Europäer Zweifel und Kritik am Irak-Krieg deutlicher geäußert hätten, so wäre das „strategische Desaster“ der Invasion des Irak vermieden werden können.
Zum russisch-ukrainischen Krieg sagt Vance, er habe die 2022 begonnene Invasion wiederholt verurteilt, wolle aber auch „verstehen, wo sowohl die Russen als auch die Ukrainer ihre strategischen Ziele sehen“, um den Konflikt beenden zu können – die strategischen roten Linien der Russen ebenso wie das, was die Ukrainer anstreben.
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