Am Dienstag präsentierte die Europäische Kommission unter Leitung von Präsidentin Ursula von der Leyen ihre Roadmap zum Ausstieg aus der russischen Gasversorgung. Diese setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen: Ab Ende 2025 wird es nicht mehr möglich sein, neue Lieferverträge für russisches Gas in der EU abzuschließen.
Bestehende Verträge sollen bis Ende 2027 entweder auslaufen oder nicht mehr verlängert werden. So will die Kommission den vollständigen Lieferstopp aus Russland erzwingen. Wie mit Lieferungen russischen Gases über Drittstaaten-Fakturierung verfahren werden soll, blieb zunächst unklar. Diese machen etwa ein Fünftel der russischen Gaslieferungen an die Staaten der EU aus.
Brüssels Ausstiegsplan ist ehrgeizig und möglicherweise kurzsichtig. Fakt ist, dass derzeit noch immer zwischen 13 und 16 Prozent des Gasbedarfs in der EU mit russischen Lieferungen gedeckt wird. Dies schließt auch die Lieferung über Drittstaaten mit ein. Besonders bemerkenswert: Trotz der zuletzt engeren Verflechtung mit US-amerikanischem LNG übertraf der Import aus Russland im zweiten Quartal dieses Jahres mit 12,7 Milliarden Kubikmetern selbst jenen aus den Vereinigten Staaten, der bei 12,3 Milliarden Kubikmetern lag.
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