Warum auf der Münchner Sicherheitskonferenz die Europäer zuerst ihre eigenen Fehler betrachten sollten

vor 5 Monaten

Warum auf der Münchner Sicherheitskonferenz die Europäer zuerst ihre eigenen Fehler betrachten sollten
Bildquelle: NiUS

Was früher einmal die renommierte Münchner Sicherheitskonferenz (MSC oder auch gern SiKo genannt) war, gleicht in diesem Jahr einem Abrissunternehmen. „Under Destruction“ (zu Deutsch: In Zerstörung) lautet das Motto. Das Wappentier ist ein angeschlagener Elefant, der aus einer Weltkarte in Scherben zusammengesetzt ist, als hätten Archäologen ihn aus schadhaften Resten zusammengesetzt, und der Chef und Doyen der deutschen Diplomatie, Wolfgang Ischinger (79), spricht offen von einer Politik der „Abrissbirne“.

Deutsche Außen- und Sicherheitspolitik in tiefster Depression. „Wir Europäer befinden uns am Ground Zero“, sagt Ischinger im Gespräch mit Gabor Steingart (Media Pioneer). „Es wird verhandelt über die Zukunft der Ukraine, und wer sitzt da am Tisch? Jedenfalls nicht ein einziger Europäer. Es wird in Sharm El Sheikh vom amerikanischen Präsidenten der Frieden für Gaza verkündet. Und die europäischen Staats- und Regierungschefs, einschließlich Macron, Merz und andere, sitzen in deprimierender Form wie Topfpflanzen in der dritten Reihe. Die dürfen noch nicht mal mitunterschreiben, geschweige denn mitreden. Das nenne ich Ground Zero europäischer Außenpolitik.“

Gaza-Konferenz in Sharm El Sheikh: Die Europäer sitzen in der zweiten Reihe.

Ukraine-Krieg, Putin, China und ein unberechenbarer Ex-Partner im Weißen Haus. Die Deutschen verstehen die Welt nicht mehr. Bedrohungen überall. Der französische Präsident habe dieser Tage „im Prinzip nichts anderes gesagt, als: Wir müssen für Europa den Notstand ausrufen. Wir werden bedroht. Europa verliert die Bodenhaftung, weil es bekämpft wird und möglicherweise erfolgreich bekämpft wird.“

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