Die europäische Chemiebranche leidet: Innerhalb von vier Jahren haben sich die Werkschließungen versechsfacht. Das berichtet die Financial Times am Freitag. Dadurch ist etwa ein Zehntel der Produktionskapazität verloren gegangen, und rund 20.000 Arbeitsplätze gingen verloren. Der Iran-Krieg könnte die Krise weiter verschärfen. Denn die Industrie schwächelt vor allem wegen hoher Energiepreise, einer schwachen Nachfrage und der Konkurrenz aus China.
Doch auch die Klimaschutzgesetze mit ihrer überbordenden Bürokratie, eine veraltete Infrastruktur und langwierige Genehmigungsverfahren führen zu Problemen. Im letzten Jahr gingen die Investitionen in die Chemiebranche in Europa um 80 Prozent zurück. Dadurch wird Europas Fähigkeit gefährdet, Grundstoffe für das moderne Leben herzustellen, wie beispielsweise Chlor für die Trinkwasserreinigung.
Der Iran-Krieg hat zwar dazu geführt, dass einige chinesische Unternehmen sich nicht ansiedeln konnten, doch mit einem Friedensabkommen wäre das Problem der ausländischen Konkurrenz wieder da. Yvonne van der Laan von der US-Unternehmensgruppe LyondellBasell warnte gegenüber der Financial Times davor, dass eine Rückkehr zu „beispiellosen“ Werksschließungen zu einem Dominoeffekt führen könnte, der die ganze Branche zum Einsturz bringen könnte.
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