Der Rapper Finch, einst unter dem Namen Finch Asozial bekannt geworden, steht erneut im Zentrum der politischen Aufmerksamkeit. Auslöser ist ein gut bezahlter Auftrag des sozialdemokratisch regierten Landes Brandenburg: Für seinen Song und Auftritt im dazugehörigen Musikvideo „jwd – Jeder will dahin“ erhielt der Musiker ein Honorar von 100.000 Euro. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Landtagsabgeordneten Dennis Hohloch und Jean-Pascal Hohm hervor, berichtet das Freilich Magazin.
Das Video entstand im Rahmen der Imagekampagne „Brandenburg. Es kann so einfach sein“, die seit 2018 läuft und das Image des Bundeslandes bundesweit verbessern soll. Die Produktionskosten für das Musikvideo beliefen sich laut Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz auf weitere 99.999 Euro netto – gezahlt an die Kreativagentur Scholz & Friends. Diese hatte auch Finch direkt beauftragt, ohne dass eine öffentliche Ausschreibung stattfand. Ausschlaggebend sei dessen „prognostizierte Wirksamkeit (...) in einer jugendlichen Zielgruppe.“
Jean-Pascal Hohm, AfD-Abgeordneter im Landtag Brandenburg, zeigt sich kritisch: „Finch hat sich vom Idol einer heimatverbundenen Jugend und Sprachrohr Ostdeutschlands zum Künstler im Dienst des linken Kulturbetriebs gewandelt“, sagte Hohm gegenüber Freilich. Zwar behandle Finch weiterhin Themen, die junge Menschen betreffen oder gar besorgen, doch diese würden, „entpolitisiert, entschärft oder durch die Verbreitung linker Narrative sogar aktiv bekämpft“. Spätestens mit der Annahme öffentlicher Gelder verliere ein Künstler seine Glaubwürdigkeit in politischen Fragen, so Hohm.
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