Die ehemalige Berliner SPD-Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci wurde am Freitag vom Landgericht Berlin zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt. Zugleich erhielt der mitangeklagte Geschäftsführer einer Werbeagentur wegen Bestechung eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten. Die Verteidigung kündigte Rechtsmittel gegen das Urteil an, welches noch nicht rechtskräftig ist.
Im Mittelpunkt der Gerichtsverhandlung stand der Vorwurf subtiler Einflussnahme im Zusammenhang mit einer Hochzeitsfeier aus dem Jahr 2019, die der Werbeagenturchef für Kalayci organisiert und ihr bewusst nicht berechnet hatte. Laut Richter Bo Meyer habe Kalayci dabei bewusst unausgesprochen zu verstehen gegeben, dass sie sich beeinflussen lassen würde. „Sie haben den Eindruck der Käuflichkeit erweckt“, sagte der Vorsitzende an Kalayci gerichtet.
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Geschäftsführer im Gegenzug auf Unterstützung Kalaycis hoffte, um Probleme bei einem Auftrag zur Pflegekampagne zu vermeiden. „Wir gehen davon aus, dass Frau Kalayci sein Motiv erkannt hat“, so Richter Meyer.
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