Manchmal konzentriert sich alles in einem einzigen Augenblick. So wie bei der parlamentarischen Fragestunde nach der Generaldebatte am 11. Juli.
Merz wollte einmal vor großem Publikum im Bundestag entschlossen wirken. Doch seine Eitelkeit, seine offensichtliche Unfähigkeit, Situationen, Stimmungen und Menschen richtig einzuschätzen zu können und sein Wissen, dass er als schwach gilt, als jemand der Gesagtes schon bei der leisesten Kritik sofort in das Gegenteil verkehrt, führten zu einer bemerkenswerten und wahrscheinlich irreversiblen Selbstdemontage. Beatrix von Storch stellte eine Merz einfache, für jeden nachvollziehbare Frage zu seinem Grundverständnis von Menschenwürde und Humanität.
Zunächst antwortete Merz arrogant, indem er von Storch und der AfD grundsätzlich das Recht absprach, über dieses Thema überhaupt sprechen zu dürfen: „Über die Tragweite und die Reichweite von Artikel 1, Satz 1 unseres Grundgesetzes, Frau von Storch, würde ich bei anderer Gelegenheit dann gerade mit Ihnen gerne mal diskutieren“. Aus Merz‘ Mund ist das natürlich blanker Zynismus, da gerade er jede Auseinandersetzung, ja sogar jedes Gespräch mit der AfD verweigert und deren Abgeordnete wie Parias behandelt. In seiner Überheblichkeit überhörte er den Subtext der Frage von Storchs.
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