Krieg am Golf: Warum sind freie Handelswege dem Kanzler und seinem Kabinett egal?

vor 4 Monaten

Krieg am Golf: Warum sind freie Handelswege dem Kanzler und seinem Kabinett egal?
Bildquelle: NiUS

Nichts führt Kanzler Friedrich Merz (CDU) so oft und ausdauernd im Munde wie den Verweis auf die neue Weltordnung. Nur welche Konsequenzen er und die Bundesregierung aus dem Wegbrechen der alten NATO- und US-Weltpolizisten-Ordnung ziehen, bleibt einstweilen dunkel. Zumindest, solange es nicht den Ukraine-Krieg betrifft, den Deutschland und die Europäer jetzt allein bezahlen müssen.

Mit einigem Befremden nahmen jetzt die deutschen Reeder zur Kenntnis, dass Merz offenbar auch dann in der „neuen Weltordnung“ keine aktive Rolle zu spielen gedenkt, wenn deutsche Interessen betroffen sind. Mit Blick auf den Schutz von mehr als vierzig deutschen Schiffen, die derzeit im Persischen Golf festliegen, erklärte Merz, es gebe im Augenblick gar „keine Veranlassung, über eine militärische Absicherung der Seewege nachzudenken (…) Deutschland ist nicht Teil dieses Krieges und wir wollen es auch nicht werden.“ Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) sieht ebenfalls keine Veranlassung, etwa über Fregatten zum Schutz der Handelswege nachzudenken.Das sehen die deutschen Reeder, die Versorgung für Land und Leute sichern und rund 1000 Seeleute vor Ort haben, ganz anders, wie der Spiegel berichtet. Auch Deutschland sollte „alle Optionen prüfen, die zu einem wirksamen Schutz von Schiffen und Besatzungen beitragen können“, heißt es. „Ein bloßes Vertrauen darauf, dass es zu keinen Zwischenfällen kommt, kann angesichts der aktuellen Lage keine tragfähige Strategie sein.“

Plötzlich abgeschnitten: Lieferungen am Containerhafen im Irak aus dem Februar.

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