Wer hat Schuld an der Wirtschaftskrise in Deutschland? Sie, lieber Leser! So zumindest ist Bundeskanzler Friedrich Merz zu verstehen. Denn der arbeitende Deutsche arbeitet zu wenig, ist zu oft krank und nörgelt vor allem zu viel herum.
Sich über die „Larmoyanz“, die „Wehleidigkeit“ seines Volkes zu beschweren, ist des Kanzlers liebster Zeitvertreib geworden. Wenn Mr. Worldwide mal von den Gipfeln der Weltpolitik herabsteigt, dann in der Regel, um die Deutschen als faul und weinerlich zu beschimpfen. Wie in Baden-Württemberg. Im Wahlkampf mit dem dortigen CDU-Spitzenkandidaten Manuel Hagel referierte Merz am Wochenende erst über die Weltpolitik, um dann in genau diesen Belehrungston abzudriften, demzufolge die Strukturkrise der deutschen Wirtschaft vor allem an faulen Arbeitnehmern zu liegen scheint.
„Ein Land, das mit Work-Life-Balance und Viertagewoche mehr beschäftigt ist als mit seiner Wettbewerbsfähigkeit, wird den Wohlstand, den wir heute haben, nicht halten können“, sagt Merz – ein Lieblingsspruch des Kanzlers. „Sind wir bereit, in einer solchen Zeit mit solchen Herausforderungen uns alle gemeinsam noch einmal richtig ins Zeug zu legen, anzustrengen und richtig zu zeigen, dass wir bereit sind, etwas Außergewöhnliches zu leisten?“, fragt er die Besucher der Wahlkampfveranstaltung.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











