Führungsversagen in Berlin: Kai Wegners Anne-Spiegel-Moment

vor 6 Monaten

Führungsversagen in Berlin: Kai Wegners Anne-Spiegel-Moment
Bildquelle: Apollo News

Berlin liebt den eigenen Verfall. Das leicht schmuddelige Image der Hauptstadt wird gerne romantisiert („arm, aber sexy“). Diese Romantik verfällt schnell, wenn man tatsächlich in Berlin lebt. Als zugezogener Berliner kann ich hier festhalten: Berlin ist ein Drecksloch.

Und das ist ganz wörtlich zu nehmen. Dreck, Graffiti, Müll, teilweise menschliche Exkremente findet der warum auch immer danach Suchende verlässlich an der nächsten Straßenecke. Wer Berlin in einem Bild zusammenfassen möchte, nimmt das Bild eines kaputten, nach unten offenen BVG-Mülleimers, in den die Berliner stumpf trotzdem ihren Müll schmeißen. Kaputt, schmutzig, aber ein frecher Spruch steht noch drauf. Das ist Berlin.

Kein frecher Spruch dieser Welt kann allerdings die peinliche Katastrophe schönreden, die den Berliner Südwesten erfasst. Nach einem mutmaßlich linksextremen Terroranschlag sind weite Teile der Hauptstadt völlig ohne Strom. Von Zehlendorf und Lichterfelde bis zum Wannsee herrscht die Finsternis. Noch immer sind zehntausende Berliner von der Energieversorgung abgeschnitten. Kein Kochen, kein Licht, oft auch kein Heizen.

In einem normalen Land, in einer normalen Stadt, selbst in einem Entwicklungsland, hätte man dieses Problem schnell behoben. Zumindest schneller als Berlin. Die Hauptstadt verkündet: Bis Donnerstag will man das Problem behoben haben. Bis Donnerstag – das sind dann insgesamt sechs Tage, die die betroffenen Berliner ohne Strom ausharren müssen.

Und ohne Strom geht nichts mehr – wie wahr das ist, merkt man oft erst, wenn der Strom erstmal weg ist. Wir nehmen die Stromversorgung als selbstverständlich wahr, weil sie das ist. Eigentlich. Nicht aber in Berlin. Hier herrschen ganz offensichtlich eher südafrikanische Verhältnisse. Eine nationale und internationale Peinlichkeit ist diese Hauptstadt geworden.

Publisher Logo

Dieser Artikel ist von Apollo News

Klicke den folgenden Button, um den Artikel auf der Website von Apollo News zu lesen.

Weitere Artikel