Neuköllns sozialdemokratischer Bezirksbürgermeister Martin Hikel hat in einem Interview mit der Berliner Zeitung den Begriff des antimuslimischen Rassismus hinterfragt. „Dieser Begriff ergibt aus meiner Sicht aber keinen Sinn“, so Hikel. Er begründet dies damit, dass auch vieles darunter gefasst werde, „was damit nur bedingt zu tun hat. Etwa die Diskriminierung aufgrund eines Nachnamens. Das ist aus meiner Sicht rassistisch und nicht religiös motiviert.“
Er erklärte, dass beim antimuslimischen Rassismus „zwei unterschiedliche Kategorien vermischt“ werden. „Jegliche Kritik am Islam, beispielsweise das Tragen eines Kopftuchs in der Grundschule, kann rassistisch ausgelegt werden und tut damit so, als wäre die Kritik außerhalb unserer demokratischen Regeln. Das erschwert es, eine sachliche Debatte über Werte, Rechte und gesellschaftliche Normen in einer offenen Gesellschaft zu führen und verhindert etwa legitime und notwendige Kritik an einzelnen islamischen Praktiken.“
Hikel schlussfolgert: „In der Logik des antimuslimischen Rassismus müsste es auch antichristlichen oder antibuddhistischen Rassismus geben. Das zeigt, wie unscharf und teilweise widersprüchlich diese Begriffsbildung ist.“ Für ihn ist beim Rassismus kennzeichnend, dass Eigenschaften an die Ethnie geknüpft werden. „Die Hautfarbe können sich Betroffene aber nicht aussuchen, die Religion schon.“
Reformwille - Welche Opfer müssen wir für den Aufschwung bringen? | #unterdenlinden











