„Ganz schlimm: Junggesellenabschiede“: So bizarr stellt Dunja Hayali die Kriminalität im öffentlichen Raum dar

vor 11 Monaten

„Ganz schlimm: Junggesellenabschiede“: So bizarr stellt Dunja Hayali die Kriminalität im öffentlichen Raum dar
Bildquelle: NiUS

Die Menschen fühlen sich zunehmend unsicher im öffentlichen Raum. Das heikle Thema wird im ZDF nur mit den üblichen Methoden angefasst, um es zu beschönigen. Lesen Sie hier, wie Dunja Hayali parfümiert, was faul im Staate ist, und welche Fakten sie unterschlägt.

Die Polizeilichen Kriminalstatistiken (PKS) des Bundeskriminalamtes (BKA) sprechen eine deutliche Sprache: Die Kriminalität in Deutschland hat stark zugenommen, und dabei werden Zuwanderer (vom BKA als solche bezeichnete Ausländer, die als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind, inklusive abgelehnter oder noch nicht anerkannter Asylbewerber) statistisch gesehen deutlich häufiger straffällig.

In einer neuen Ausgabe von „Am Puls“ beschäftigt sich die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali mit der „inneren (Un-)Sicherheit“ in Deutschland. Eine Ahnung, wie das aussehen könnte, bekam man schon, als sie vor der Ausstrahlung gegenüber der Agentur teleschau erklärte, nicht migrantische, sondern arme Gegenden seien Brennpunkte der Gewalt: „Was man untersuchen kann, ist, ob Gewalt- und Straftaten mehr werden, wenn sich in prekären Gegenden der Ausländeranteil erhöht. Genau das ist aber nicht der Fall. Es gibt dort eben nicht nur Messerstecher Ali, sondern auch Messerstecher Uwe – um es etwas plakativ zu sagen.“

Ein Grund für die Angst im öffentlichen Raum: Besonders schwere Delikte haben signifikant zugenommen.

Zu erwarten war also, dass die unbestechlichen Zahlen in der Sendung relativiert und alle nicht ins Narrativ passenden alarmierenden Statistiken weggelassen würden. Das ist Hayali und der Redaktion, das muss man sagen, hervorragend gelungen – um den Preis, dass hier wieder einmal der Zuschauer eklatant desinformiert wird.

Die Hälfte der Menschen hat abends Angst im öffentlichen Raum, das räumt man im Film ein. Nun gilt es, die Angst als unbegründet darzustellen. Dazu wird der für jede Doku obligatorische Experte gefragt, der das alles zufällig ganz genau so sieht wie Frau Hayali. Hier ist er weiblich, heißt Julia Ebner und wirkt an der Universität Oxford. Bekannt ist sie für unterkomplexe Feststellungen wie die, der Erfolg der AfD sei auf digitale Trollfabriken zurückzuführen (und nicht etwa auf Fehler und Versäumnisse der etablierten Parteien), lebt also in der Blase des Juste Milieu. Sie sagt: Digitale Medien „heizen eine sehr emotionale Debatte weiter auf, teilweise werden verzerrte Statistiken geteilt“.

Dr. Julia Ebner, die Expertin aus Oxford, sieht keinen Zusammenhang zwischen Migration und Messerkriminalität.

Die Kriminalität steige, aber Ebner suggeriert, es gebe vielleicht nur mehr Anzeigen. Gut, da sei ein klar messbarer Anstieg bei der Messerkriminalität, aber einen Zusammenhang mit Migration „weisen diverse Studien zurück“. Korrelation, aber keine Kausalität, man kennt es. Hayali weiß auch gleich die wahren Ursachen zu benennen, wozu Ebner nickt: prekäres Umfeld, Bildungsferne, wenig Geld, Traumata, Fluchterfahrung. „Messerstecher Uwe“ hingegen zückt die Stichwaffe ganz ohne Fluchterfahrung.

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