Wenn Abdel-Samad über Freiheit schreibt, ihren Verlust und den Preis derselben, sind das keine leeren Phrasen. Er lebt unter gleich zwei Fatwas, islamischen Todesurteilen, die gegen ihn ausgesprochen wurden. Wo auch immer er hingeht, wird Abdel-Samad von Personenschützern der Polizei begleitet. Ausfahrten sind nur in einem gepanzerten Wagen möglich. Als er 2015 die Buchmesse besuchen wollte, um ein Buch vorzustellen, musste er eine kugelsichere Weste tragen. Wenn er im Supermarkt einkaufen geht, stehen zwischen Nudeln und Konservendosen bewaffnete Leibwächter, die das Supermarktregal abschirmen.
Seine Bücher kosteten ihn die Freizügigkeit. Die Sorglosigkeit. Sie kosteten ihn die letzten Augenblicke mit seiner Mutter, die er nicht am Sterbebett in ihrem Heimatdorf besuchen konnte. Sie kosteten ihn die Ehe, die an der ständigen Bedrohung zerbrach. Sie kosteten ihn aber nicht die Freiheit.
Um zu verstehen, warum er diesen Preis zu zahlen bereit war, muss man „Der Preis der Freiheit – Eine Warnung an den Westen“ lesen. An seinem eigenen Lebensweg zeichnet er den Weg in die Freiheit, unter Polizeischutz leben zu müssen, nach. Missbrauch auf dem Weg zum Kindergarten, die Kindheit vor den Toren Kairos, Muslimbruderschaft, deutsche Universität, Psychiatrie und Buddhistischer Tempel.
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