Geopolitik im Iran: Die Folgen des kurzsichtigen Overkills zeigen sich bereits

vor 4 Monaten

Geopolitik im Iran: Die Folgen des kurzsichtigen Overkills zeigen sich bereits
Bildquelle: NiUS

Die Deutschen sprechen über Außen- und Geopolitik in etwa so, wie man vom Wetter reden würde. „Den derzeitigen Regen“, sagen sie, „finde ich gut. Du aber findest ihn schlecht, das zeigt deine Verderbtheit”. Dem Wetter ist es aber egal, wie wir es finden. Das gilt allemal, wenn wir nichts daran ändern können und wollen. Oder uns wenigstens darauf einzustellen wüssten. Gutfinden und Schlechtfinden sind die letzten, banalen, völlig folgenlosen Strohhalme des Handlungsunfähigen, und sie lenken nur beinahe davon ab, dass wir zum Nichtstun verdammt sind.

Wenn wir aus dieser spätzivilisatorischen Zwangshaltung ausbrechen wollen, um Land und Leute vor den Widrigkeiten des Zeitgeschehens zu schützen oder sie besser aushalten zu können, müssen wir ganz anders über Geostrategie sprechen. Über Geografie und Geschichte müssen wir nachdenken und im Einzelfall immer erwägen, was eigentlich die deutschen Interessen sind. Im Iran-Krieg scheitern Regierung, Medien, Experten und die Öffentlichkeit derzeit schon wieder daran. Die Folgen des kurzsichtigen US-Overkills in der Golfregion zeichnen sich bereits ab. Die bürgerlich-liberale Begeisterung, mit der viele in die Sackgasse gerannt sind, schlägt bereits in Ernüchterung um. Dass es so kommen sollte, war absehbar. Dazu benötigt man keine Glaskugel, sondern lediglich einen Globus. Das ist die gute Nachricht: Sinn und Unsinn außenpolitischer Bewegungen zu erkennen, ist keine magische Begabung, sondern sie lassen sich halbwegs vernünftig analysieren.

Bevor wir einen prüfenden Blick auf den Iran an sich werfen, ein Iran, der nicht nur ein Mullah-Regime ist, sondern ein für die Region unglaublich wichtiges Land, müssen wir zunächst den Begriff der deutschen Interessen definieren. Sie bilden den Ausgangspunkt für unsere Überlegungen.

Die Angriffe auf iranische Sicherheitsstrukturen nehmen stetig zu.

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